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27.07.19 Schnellschach im Sommer Schnellschach Turnier

SK Gescher I siegt 5,5: 2,5 gegen Turm Raesfeld II im zweiten Relegationsspiel....

und verpasst (wahrscheinlich) den Aufstieg in die Regionalliga Münsterland wegen eines fehlenden halben Brettpunktes.

Spielbericht: Das letzte Relegationsspiel gegen Raesfeld schien nach der hohen Niederlage gegen Metelen relativ aussichtslos zu sein, sofern Richtung Aufstieg geschielt werden sollte. Ein 6:2 Sieg hätte hergemusst, um aufgrund der Brettpunktzahl am Ende den 5ten Platz in der Verbandsliga Münsterland zu belegen, der - Kenntnisstand am Spieltag - den Aufstieg in die neu zusammengesetzte Regionalliga bedeuten würde. Wir hatten also nichts zu verlieren, die Mannschaftsansprache war einfach "Wir spielen heute alle auf Sieg", und die Stimmung im Team ohnehin gut, denn wir hatten unser eigentliches Saisonziel "Klassenerhalt" bereits erreicht. Aber sportlich wollten wir die Saison schon beenden. Dass sich an diesem sonnigen Nachmittag in Raesfeld ein solch spektakulärer Wettkampf entwickeln würde, war nicht abzusehen und bisweilen lag ein wenig "Anfield" in der Luft.

Leider kann ich als Berichtschreiber dieses Mal wenig auf die Partieverläufe der ersten vier Partien eingehen, da ich selbst ans Brett gebunden war. Der Ergebnisverlauf ließ zumindest scheinbar Unmögliches möglich erscheinen. Unsere Asse, Christian Scho an Brett 1 sowie Christoph Eißing an Brett 2, gingen hochkonzentriert zu Werke und hatten sich schnell einige positionelle Vorteile erarbeitet, die noch vor der Zeitkontrolle in jeweils einem ganzen Punkt mündeten. Auch Julian Brands an Brett 6 und Frank Robers an Brett 7 spielten eine blitzsaubere Partie, die zu vollen Punkten für den SK81 führten. Bernhard hatte sich an Brett 5 nach 18 Zügen eine tolle Stellung erarbeitet, dann aber ein schlechte Fortsetzung gewählt, so dass sein Gegner mit einem Qualitätsopfer deutlich Oberwasser bekam und einige Mattdrohungen aufstellen konnte. Eine mögliche Abwicklung zum spielentscheidenden Materialgewinn ließ der Raesfelder aus, um kurze Zeit später die Partie mit einer Springerschaukel und Zugwiederholung ins Remis zu überführen. Um 19:00 Uhr stand es damit bereits 4,5:0,5 für Gescher.

Allerdings sahen die noch laufenden Partien tendenziell eher schlechter für uns aus. Stefan Lanfer hatte an Brett 3 die vielleicht noch beste Ausgangsposition. Bei ungleichfarbigen Läufern und jeweils vier Bauern roch die Partie stark nach Remis. Die Partie wurde bis auf sechs Steine komplett ausgekämpft, bevor die Punktteilung vereinbart wurde. Steffi Lanfer an Brett 4 hatte eine äußerst schwierige Stellung auf dem Brett. Ihr Gegner hatte Dame, Läufer und einen Haufen Bauern, von denen zwei bereits auf die fünfte und sechste Reihe vorgestoßen waren, mit freier Sicht auf das Umwandlungsfeld. Steffi verteidigte mit ihrer Dame und Springer alle Drohungen, so gut es ging. Allerdings war ein Gegenspiel gegen den weißen König kaum zu realisieren. Eigentlich spielt Steffi immer auf Sieg, aber sie ist kein Hasardeur! Sie verkniff sich vernünftigerweise unausgegorene Attacken und sicherte die Position ab: Remis! Zwischenstand 5,5:1,5.

Die letzte laufende Partie zwischen Hilmar Frieske und Jürgen Terhart musste also die Entscheidung bringen. Hilmar war eigentlich seit der Eröffnung nicht aus der Defensive  gekommen, so dass die Raesfelder Mannschaft berechtigte Hoffnungen auf den vollen Punkt hegte. Zwar war das Material noch relativ ausgeglichen auf beiden Seiten. Allerdings hatte der Raesfelder seinen Turm und Springer optimal aktiviert und seine Damenflügelbauern weit nach vorne geschoben. Hilmars Turm und König waren dagegen auf der Grundreihe in der Verteidigung gebunden und auch sein Springer hatte kaum entlastende Wirkung. Hilmar kämpfte um seine Chance, lauerte auf einen Fehler, gab alles, um vielleicht doch noch den notwendigen halben Punkt ergattern zu können. Es sollte am Ende nicht sein. Nach knapp sechs Stunden Spielzeit gratulierte Hilmar seinem Gegner zum Sieg und wir Raesfeld zum Aufstieg, da sie in der Endabrechnung einen halben Brettpunkt mehr als wir auf dem Konto hatten.

Fazit: Wir haben eine tolle Saison gespielt und unser primäres Ziel, den Klassenverbleib, erreicht. Die Relegationskämpfe waren ein Sahnehäubchen. Wir haben alles gegeben und es sportlich hauchdünn verpasst. Sei's drum! Wir hatten einen tollen Mannschaftsgeist über die gesamte Saison hinweg. Obwohl wir nur auf einen schmalen Spielerkader zurück greifen konnten haben alle -soweit möglich- den Spieltagen in ihrem Terminkalender eine hohe Prio eingeräumt oder sind vom Sport- oder Familienevent direkt an die Wettkampfstätte gereist. Das hat alle motiviert! Und wenn nichts mehr ging, haben uns die Spieler aus der zweiten Mannschaft unterstützt. Vielen Dank an Silvia Kamp, Richard Eißing, Ralf Hanses und Karl Kessler!! Im nächsten Jahr werden wir wieder versuchen, das sportlich Mögliche heraus zu holen. Die Aufgabe wird nicht einfacher, denn mit Michael Stein verlässt uns ein langjähriger Mannschaftskollege und jahrzehntelanges Vereinsmitglied Richtung Dülmen. Michael, wir wünschen dir alles Gute!