Wieder Nichts! Ungl├╝ckliche 3,5:4,5 Niederlage der Ersten bei der Reserve von Turm Raesfeld

Der Start in die Verbandsliga Münsterland läuft für die Erste des SK81 anders als erhofft. Dass diese Saison eine sportliche Herausforderung werden würde, war allen Beteiligten klar. Gegen Raesfeld fehlte uns aber auch ein wenig das Spielglück, im Schachsport, zugegeben, ein schwieriger Begriff. Nach 5 Stunden Spielzeit fuhren wir nach zwei Siegen, drei Remisen,  aber drei Niederlagen ohne Mannschaftspunkt zurück nach Gescher.

Zum ersten Mal in dieser Saison hatte Mannschaftsführer Eißing bei der Mannschaftsaufstellung die Qual der Wahl. Im Duell der beiden Verbandsligaaufsteiger waren wir nach der Papierform vielleicht sogar ein wenig im Vorteil, aber Raesfeld hatte in den ersten beiden Runden bereits zwei Mannschaftssiege eingefahren und seine gute Form unter Beweis gestellt. Insofern fuhren wir zuversichtlich, aber mit der nötigen Anspannung in die Villa Becker nach Raesfeld.

In den ersten beiden Stunden passierte wenig. Dann aber stellte Christoph an Brett 2 im Spiel gegen Chris Brömmel völlig unnötig einen Bauern ein (O-Ton). Zuvor hatte Christoph viel Zeit in die Stellung gesteckt, was ihm gutes Spiel und eine angenehme Stellung verschafft hatte. Nach dem Bauerneinsteller sah die Bewertung ein wenig anders aus, wenngleich noch nichts Spielentscheidendes passiert war. Daher nahm Brömmel das Remisangebot seines nominell 200 Punkte stärkeren Gegners an (18.10 Uhr).

Fünf Minuten später einigte sich Steffi mit den schwarzen Steinen an Brett 4 mit ihrem Gegner, Henrik Fasselt, ebenfalls auf eine Punkteteilung. Auf dem Brett war ein Schwerfigurenendspiel mit jeweils sechs Bauern, in dem die Schwäche des weißen Isolanis auf d3 nicht für ein Spiel auf einen vollen Punkt ausreichte. Hinzu kam, dass bei gespielten 22 Zügen, Steffi bereits erheblich mehr Bedenkzeit verbraucht hatte, so dass das Unentschieden das korrekte Ergebnis darstellte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Christian an Brett 1 eine tolle Stellung erspielt, nachdem er seinen Gegner Christian Pliete wohl in der Eröffnung ein wenig überrascht hatte. Michael an Brett 7 stand bei Materialgleichstand deutlich unbequemer, während Ludger an Brett 6 deutliche Vorteile erspielt hatte. Die anderen Partien waren unklar bzw. ausgeglichen.

Um 18.40 Uhr konnte Michael Stein an Brett 7 die Stellung nicht mehr halten. Nach dem schwarzen Bauernvorstoß b4 hatte er nur die Wahl zwischen schlechten Alternativen. Am Ende der folgenden Abwicklung stand er mit einer Qualität weniger, bei schlechter Stellung, auf verlorenem Posten und gratulierte seinem Gegner Grömping.

Um 19.00 Uhr glich Ludger an Brett 6 mit den schwarzen Steinen für den SK81 zum 2:2 Zwischenstand aus. In einem Turmendspiel kombinierte Ludger einen mehrfachen Figurenaustausch besser durch, so dass er in dem entstandenem Turmendspiel mit zwei Mehrbauern souverän den Sieg gegen Droste Laurenz einfuhr.

Mittlerweile hatte sich Julian an Brett 8 einige Stellungs- und Zeitvorteile erarbeitet, Christian stand an Brett 1 weiterhin sehr gut, da der Gegner in komplizierter Stellung zudem bereits seine gesamte Bedenkzeit investiert hatte. Zudem hatte sich Stefan Lanfer an Brett 3 in einer sehr interessanten Kampfpartie mit offenem Visier mehr oder weniger „freigeschwommen“ und stellte seinerseits zunehmend Drohungen gegen den gegnerischen König auf.

Bernhard spielte an Brett 5 mit den weißen Steinen gegen Marcel Tünte. Zwar hatte Bernhard mit seinen drei Schwerfiguren die offene d-Linie erobert, aber sein Gegner hatte unter Mithilfe seiner beiden agilen Springer alle möglichen Angriffsfelder unter Kontrolle. Nachdem er Dame und einen Turm abtauschen konnte war die Stellung ausgeglichen und folglich einigten sich beide auf Remis.

Zwischenstand: 2,5: 2,5. Dann folgte eine Spielphase, die die Gescheraner Teamkollegen staunend und mit zunehmendem Entsetzen begleiten mussten. Nachdem Christian Scho das Spiel bis zur Zeitkontrolle beherrscht, sein Gegner Christian Pliete die letzten 15 Züge blitzend und nur mit der 30sekündigen Zeitgutschrift überstand, blieb nach dem 40ten Zug eine komplexes Schwerfigurenendspiel auf dem Brett, in dem Christian weiterhin die Initiative und einen vorgerückten f-Bauern besaß. Der Raesfelder Spitzenspieler hatte die Stellung jedoch angesichts der Spielumstände doch deutlich konsolidieren können und selbst einige Drohungen im Köcher.

Stefan an Brett 3 hatte gegen Wolfgang Kadenbach eine gute Angriffsstellung erreicht, geriet dann aber nach einigen Ungenauigkeiten unter Druck und später materiell ins Hintertreffen, so dass er die Partie aufgeben musste. Sehr unglücklich!

Plötzlich zeigte auch Julian Nerven. Eigentlich hatte er in dem Turm- und Läuferendspiel einen Bauern mehr. dann aber ließ er seinen Turm abdrängen und geriet nach einem verspeisten a2-Bauern in eine unglückliche Fesselung durch den weißen Turm auf der siebten Reihe, der zudem seinen Freibauern beim Vorrücken unterstützte. Dessen Umwandlung konnte Julian nur unter Opferung seines Läufers verhindern. Danach besaß er zwar noch 3:1 Bauern. Allerdings erwies sich die Kombination T+L +B gegen T + 3 B am Ende als stärker, so dass auch hier der volle Spielpunkt an Raesfeld ging. 4,5: 2,5. Das Spiel war gegen 21.00 Uhr gelaufen.

Christina Scho hatte dann nach 5 Stunden Spielzeit noch einen Geistesblitz. Er opferte seinen vorgerückten Bauern mit Schach auf f7, um am Ende des sich anschließenden Schlagabtausches mit einer Springergabel die Qualität gewinnen zu können. Das anschließende Endspiel D+T+3B gegen D+S+4B entschied er dann für sich, so dass Christian Pliete nach bravourösem Kampf unserem Spitzenspieler zum Sieg gratulierte. Endstand: 3,5:4,5 aus Gescheraner Sicht.

Diesen Rückschlag müssen wir schnell verdauen! Alle weiteren Gegner werden dieses Spielniveau haben. Einstellung und Motivation stimmen, so dass wir im Spiel um die rote Laterne gegen die Schachfreunde aus Dülmen am 24.11. gute Chancen haben, dass der Knoten endlich platzt.