Sk81 Gescher I verliert deutlich 1,5:6,5 gegen Metelen I das erste Relegationsspiel

Spielbericht

Das war eine deutliche Packung! Die erste Mannschaft aus Metelen fegte am zweiten Spieltag der Relegationsrunde mit starker Mannschaftsleistung über den SK81 hinweg. Mit der Hypothek nunmehr Raesfeld, den Metelenbezwinger, am kommenden Samstag (1.6.19) selbst mit  6:2 besiegen zu müssen, sind die Aussichten auf den dritten Aufstieg in Folge für den SK81 auf ein Minimum gesunken. Metelen steht dagegen als erster Aufsteiger in die Regionalliga Münsterland für die Spielzeit 2019/20 fest.

Spielbericht: Die erste Mannschaft aus Metelen kam mit kompletter Kapelle in die Glockenstadt. Nachdem sich deren Spitzenspieler Henk Bernink und Christian Scho (SK 81) durch ein schnelles Remis die Punkte geteilt hatten, startete der Mannschaftskampf am Samstag praktisch mit 0,5:1,5 aus Gescheraner Sicht. Wir mussten auf Christoph Eißing an Brett 2 verzichten, so dass dieser Punkt kampflos an Alexander Koch ging. Stefan Lanfer bekam es an Brett 3 mit Ben Poelstra und Bernhard Iking an Brett 4 mit Gerard Grotenhuis zu tun. Bernhard (und alle nach ihm) rückte(n) ein Brett auf, da auch Steffi Lanfer terminlich verhindert war. Die beiden holländischen Gegner in der Metelener Mannschaft erwiesen sich als zu spielstark für Stefan und Bernhard. Stefan war mit Schwarz gegen Poelstra schnell in der Defensive, hielt sich aber wacker, bis er einen Dameneinschlag auf h6 mit Matt in zwei Zügen übersah. Bernhard hatte die Eröffnung relativ gut überstanden, entschied sich dann aber fatalerweise für die große Rochade. Daraufhin warf sein Metelener Gegner, Grotenhuis, seine Bauern am Damenflügel nach vorne, unterstützt von seinen Schwerfiguren und dem zentralen schwarzfeldrigen Läufer. Zu einem Gegenspiel am Königsflügel kam Bernhard nicht mehr. Routiniert verstärkte Grotenhuis den Druck auf den weißen König, bis Matt oder signifikanter Materialverlust winkten. Nach drei Stunden Spielzeit stand es damit schon 0,5:3,5 aus Gescheraner Sicht, psychologisch nicht angenehm für die Kollegen an den Brettern 5-8.

Auch Ludger Priebs (Brett 5) und Julian Brands (Brett 6) hatten mit Arne Zachej und Frank Wigger jeweils ca. 100 DWZ-Punkte stärkere Gegner am Brett. Beide fighteten jedoch bis zum Letzten und konnten am Ende eine Punkteteilung erreichen. Insbesondere Ludger kämpfte wie ein Löwe um seine Chance. Im Mittelspiel stand er materiell eigentlich bereits klar auf Verlust, denn er hatte einen Turm (bei zwei Mehrbauern) weniger! Allerdings standen seine Dame, Turm und Läufer sehr aktiv, während die Türme seines Gegners noch unbewegt in der Garage standen und dessen König relativ ungeschützt in der Brettmitte herumirrte. So konnte Ludger mehrere Drohungen aufstellen, die am Ende dazu führten, dass sein Gegner die Dame gegen den Turm zurück geben musste und ein Endspiel Dame (+ 4B) gegen 2T (+5 B) entstand. Nach einer langen Jagd des Königs über das gesamte Spielfeld einigten sich beide dann auf Remis! Chapeau Ludger!  - Julian hatte eine ausgeglichene Stellung mit viel Material auf dem Brett, in der seine Leichtfiguren ein wenig passiver standen, allerdings eine Abzugsmöglichkeit seines Läufers einen Angriff auf den ungeschützten gegnerischen Springer ermöglichte. In Abwägung der gegenseitigen Möglichkeiten und der Spielstärke des Gegners ist die Punkteteilung realistisch ein Erfolg. Zwischenstand 1,5:4,5.

Der Mannschaftskampf war verloren, jetzt ging es um eine vernünftige Ausgangsposition für das Spiel gegen Raesfeld am nächsten Samstag. An den beiden letzten Brettern waren wir von der Papierform her leicht favorisiert. Karl Kessler (vielen Dank, dass du uns unterstützt hast!) war an Brett 8 in einem Schwerfigurenendspiel (jeweils D+T) gelandet, in dem er die offene E-Linie beherrschte und die Initiative besaß. Irgendwie gelang es Karl mit seiner Dame auf die gegnerische Grundreihe seines Gegners, Christian Gravenkötter, und hinter den schwarzen König zu kommen, um dort mit Schachgeboten einige Bauern bei anhaltender Initiative abzuräumen. Nach 4,5 Stunden Spielzeit besaß er dann einmalig die Möglichkeit, eine bestehende Fesselung zu einem weiteren Bauerngewinn (auf g6) mit Schachgebot auszunutzen und damit einen deutlichen Materialvorteil zu realisieren. Er ließ die Möglichkeit aus und verlor in einem Blackout seine Dame und damit die Partie. Das war schade und Karl untröstlich. Dennoch war dies die einzige Partie an diesem Nachmittag, die wir realistischerweise hätten gewinnen können.

An Brett 8 kämpfte Hilmar Frieske mit allem was er hatte um einen vollen Punkt. Aber sein Gegner, Bernhard Bückers, erwies sich als äußerst zäher Gegner, der in der zweiten Partiehälfte die Initiative übernommen hatte. Zwar war das Spiel materiell nahezu ausgeglichen (D+T+L), allerdings übte der gegnerische Turm auf der vorletzten Reihe, unterstützt von der weißen Dame auf f5,  großen Druck auf Hilmars Königsstellung aus. Hinzu kam der weiße Mehr- und Freibauer auf d5, dessen weiteres Vorrücken von Hilmar nur mit komplizierten Figurenmanövern verhindern konnte. Hilmar kämpfte weiter "bis zur letzten Patrone", um dann nach sechs Stunden Spielzeit dennoch seinem Gegner zum Sieg gratulieren zu müssen.

Endstand: 1,5:6,5. Die deutliche Niederlage war verdient. Klar, die personellen Ausfälle von Christoph und Steffi können wir auf diesem Niveau kaum kompensieren.Gleichwohl zeigten Ludger, Julian und auch Karl sowie Hilmar eine starke Leistung und überzeugten kämpferisch. Bernhard und Stefan wurden dagegen überspielt und waren chancenlos. Pierre Wilde, der sich auf einen Kurzbesuch bei seinem Gescheraner Stammverein eingefunden hatte, erfasste die schwierige Ausgangslage an den Brettern innerhalb kurzer Zeit. Sein Kommentar: "Ich finde es gut, dass ihr es wenigstens probiert!"