SK 81 Gescher I verliert Nachbarschaftsduell gegen Südlohn mit 3:5

Spielbericht

Am sechsten Spieltag in der Verbandsliga Münsterland kam es zum Mannschaftskampf zwischen der Südlohner Reserve und dem SK81. Beide Mannschaften hatten zuvor ordentlich gepunktet und Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Von der Papierform her waren die Südlohner leicht favorisiert.  Die Gäste verfügen über ein homogenes Leistungspotential in ihrem 14köpfigen Kader. Allein 9 Spieler haben DWZ-Zahlen oberhalb von 1800. Insofern konnte Südlohn trotz einiger Ausfälle (Lösing, Harbers, Böcker) trotzdem mit einer Mannschaft in der Glockenstadt antreten, die von der Papierform her an vier Brettern (3,4,5,6) deutlich besser vorbenotet war, während wir an lediglich zwei Brettern (1+2) bessere Ausgangswerte besaßen. Am Ende setzte sich die höhere Spielstärke der Südlohner Mannschaft in der Breite durch, auch wenn es zwei überraschende Ergebnisse gab.  Fast sechs Stunden währte der Mannschaftskampf, bevor Südlohn gegen 22.00 Uhr völlig verdient, wenn auch hart erkämpft, beide Mannschaftspunkte mit auf die Heimreise nahm.

Zum Spielverlauf:

Die ersten Entscheidungen fielen erst nach 3,5 Stunden Spielzeit. Zunächst einigte sich Frank mit seinem Gegner Guido Jansen an Brett 8 in ausgeglichener Stellung auf eine Punkteteilung. Danach akzeptierte auch Bernhard an Brett 6 das Remisangebot seines Gegenspielers, Stefan Telöken. In der Abtauschvariante der Slawischen Verteidigung hatte sich Bernhard mit den weißen Steinen die offene c-Linie erkämpfen und mit beiden Türmen besetzen können. Diesen positionellen Vorteil konnte er aber nicht in Materialgewinne und/oder Angriffsoptionen umsetzen. Hier wird Fritz Klarheit bringen müssen, was denn die richtigen Spielpläne gewesen wären. Am Brett fand Telöken die richtigen Züge, um sich zu befreien, die Schwerfiguren abzutauschen und in eine gleichgewichtige Stellung abzuwickeln. Kurze Zeit später konnte Stefan Lanfer an Brett 3 gegen seinen starken Gegner, Oliver Sparwel, einen erfolgreichen Mattangriff starten, so dass dieser nach 29 Zügen die Partie aufgab. Nach engem Spielverlauf mit Chancen auf beiden Seiten, war dies ein unerwarteter Punkt für uns. Nahezu zeitgleich musste Hilmar an Brett 7 nach 35 Zügen seinem Gegner zum Sieg gratulieren. Nachdem Hilmar gut ins Spiel gefunden hatte, brachte ihn eine falsche Entscheidung zu Beginn des Mittelspiels auf die Verliererstraße.  Etwas unglücklich verlor dann auch Julian an Brett 5 durch Zeitüberschreitung vor dem 40ten Zug die Partie, stand da allerdings zugegebenermaßen bereits schlechter gegen seinen Gegner Alfred Richters. Nahezu zeitgleich gab auch Steffi an Brett 4 ihre Partie gegen Walter Schmäing verloren. Steffi hatte im Mittelgambit eine Variante gewählt, wo Sie für einen Bauern eine gute Figurenentwicklung und Initiative bekam. Walter Schmäing, ein erfahrener Spieler mit über 100 Wertungen und noch immer einer DWZ nahe 2000, verteidigte diesen Bauern präzise, tauschte nach und nach die Figuren ab, und wickelte in ein gewonnenes Turmendspiel mit zwei Mehrbauern ab. Damit stand es gegen 20:00 Uhr vorentscheidend 4:2 für Südlohn.

Zu diesem Zeitpunkt wurde an den beiden ersten Brettern noch hart gekämpft. An Brett 1 hatte es Christian Scho mit dem Nachwuchsspieler Daniel Telöken zu tun, der mittlerweile aber auch bereits 80 Wertungen aufzuweisen hat und auf die 2000 DWZ zumarschiert. In einer Englischen Partie hatten beide Spieler nach 20 Zügen die Figuren bis auf die Türme und jeweils einen (ungleichfarbigen) Läufer abgeräumt. Allerdings hatte Christian zu diesem Zeitpunkt zwei Minusbauern, so dass er realistischerweise allenfalls um ein Remis kämpfte. Auch bei Christoph an Brett 2 war die Stellung alles andere als klar. Sein Gegner, Benedikt Emming, war von der Papierform her als Außenseiter in die Begegnung gegangen, hatte sich aber eine aussichtsreiche Stellung in einem komplizierten Doppelturmendspiel erarbeitet. Der Südlohner hatte zudem seinen h-Bauern auf die vorletzte Reihe befördern können und die benachbarte g-Linie mit seinen beiden Türmen als Eskorte besetzt. Christophs Türme sicherten auf der Grundreihe das Umwandlungsfeld ab, so dass seine drei Mehrbauern auf der anderen Seite zunächst keine Bedeutung hatten.

Christian kämpfte in der folgenden Stunde verbissen um den halben Punkt, ließ zwischenzeitlich bewusst die Möglichkeit aus, seinen Läufer in stark vereinfachter Stellung gegen die beiden verbliebenen Bauern seines Gegners zu tauschen und mit seinem Turm gegen T+L weiter um die Punkteteilung zu kämpfen. So blieb es für telöken aufgrund der ungleichfarbigen Läufer zwar eine technisch anspruchsvolle Aufgabe die Stellung weiter zu verbessern, aber es gelang ihm langsam seine Bauern vorzurücken, so dass Christian nach 65 Zügen gegen 21.15 Uhr seinem Südlohner Gegner zu Sieg gratulierte. Damit führte Südlohn uneinholbar mit 5:2. Christoph spielte an Brett 2 dagegen hochkonzentriert weiter. Irgendwie gelang es ihm, seinen König zu aktivieren und seinen f-Bauern langsam nach vorne zu schieben, ohne die Verteidigungsarbeit auf der Grundreihe zu vernachlässigen. Als sein f-Bauer dann kurz vor der Umwandlung stand, gab sein Gegner nach hartem Kampf und tollem Spiel kurz vor 22.00 Uhr auf. Endstand: 3:5.

Fazit: Die Südlohner Reserve hat diesen Mannschaftskampf verdient, und vom Spielverlauf letztlich auch ungefährdet gewonnen. Es lag heute nicht an der Einstellung oder unglücklichen Entscheidungen. Unsere Nachbarn konnten in der Breite ihr Leistungsvermögen abrufen und wir waren nicht in der notwendigen Topform, um so ein Team dann auch mal schlagen zu können. Auf ein Neues am Karnevalssamstag beim Spitzenreiter in Telgte.