SK 81 Gescher I gewinnt engen Mannschaftskampf gegen Nordwalde I mit 5:3

Nachdem wir den Saisonauftakt in die Verbandsliga Münsterland 2021/22 gegen Südlohn kampflos abschenken mussten, standen wir gegen Nordwalde bereits unter Erfolgsdruck. In einer - mit wenigen Ausnahmen - ausgeglichenen Liga und lediglich 9 Spielrunden wird es im Kampf um den Klassenerhalt bei zwei, drei Niederlagen schnell eng.

Gegen Nordwalde mussten wir wieder auf einige gesetzte Spieler verzichten. Stefan Lanfer (B 3), Julian Brands (B 5), Frank Hisker (B 6) und Ludger Priebs (B 7) standen nicht zur Verfügung.  Aber auch Nordwalde musste auf die etatmäßigen Nummern 3 und 6 verzichten. Von der Papierform her gingen wir dennoch als Favorit in den Mannschaftskampf. Gemessen an den DWZ- Wertungszahlen hatten wir an sieben Brettern Vorteile (>50 Punkte). Aber was heißt das schon nach fast anderthalb Jahren Wettkampfpause und verpasstem Saisoneinstieg.

Die Partieverläufe zeigten dann, dass es bis zum Ende spannend werden würde. Nordwalde zeigte sich hochmotiviert und kämpfte alle Partien bis zum Ende aus. Ab 18.30 kam es zu ersten Ergebnissen. Hilmar Frieske einigte sich an Brett 5 in einem ausgeglichenen Schwerfigurenendspiel auf eine Punkteteilung. Danach ließ SK81-Mannschaftsführer Christoph Eißing zum ersten Mal das Gescheraner Team jubeln. Gegen seinen erfahrenen und starken Gegner, Bernd Lerke (150 Wertungen!), hatte Christoph viel Zeit in seinen am Ende unwiderstehlichen Königsangriff investiert, in dem seine vorrückenden Königsbauern eine wichtige Rolle spielten. Nach 32 Zügen war sein Mattangriff nicht mehr abzuwehren. 1,5:0,5.

Kurz darauf konnte Bernhard Iking an Brett 4 gegen Till Diepenbrock einen ganzen Punkt einfahren. Nach 25 Zügen hatte er sich einen kleinen Materialvorteil erspielen können, als sein Gegner seinen Springer gegen drei Bauern eintauschen musste, wobei Türme und Damen noch auf dem Brett verblieben. Nach zähem Ringen unterliefen dem Nordwalder anschließend einige Ungenauigkeiten, so dass Bernhard den Springer in eine wirkungsvolle Position überführen konnte und ein anschließender Figurenabtausch in einem Schachgebot mit Turmgewinn mündete. 2,5:0,5.

Leider musste kurze Zeit später Frank Robers an Brett 6 seinem Gegner zum Sieg gratulieren. Dabei hatte er sich im Spielverlauf zunächst einen deutlichen Vorteil erspielt, als er einen Turm für zwei aktive Leichtfiguren eintauschte. In einer Art Blackout ließ er dann im 31. Zug seinen starken Läufer unzureichend gedeckt stehen und zehn Züge später dann auch noch seinen Springer und verlor so die Partie.

Nur gut, dass Christian Scho an Brett 1 ebenfalls einen guten Tag erwischte. Zwar schien sein Gegner, Matthias Sandmann, von der Papierform her deutlich unterlegen. Aber der Nordwalder spielte bis zum Schluß hochpräzise. Dabei gab es in dem offenen Spiel mit jeweils zwei Türmen nebst Läufer, Springer und mehreren Bauern eine Menge zu rechnen und viele taktische Optionen zu bedenken. Allerdings musste Sandmann eine Menge Zeit investieren, um die Partie offen zu halten. In Zeitnot unterliefen ihm dann kleinere Ungenauigkeiten, die Christian nutze und einen Qualitätsgewinn erzwang, der ihm gleichzeitig den Sieg brachte. Zwischenstand: 3,5: 1,5.

Allerdings stand Steffi Lanfer an Brett 3, gegen Bernhard Hols, zu diesem Zeitpunkt bereits auf Verlust. Sie hatte ihre Dame für Turm und Springer geben müssen, bei zugleich sehr passiver Stellung. Ihr Gegner spielte seinen Materialvorteil anschließend sauber aus. Die Kämpferin Steffi hatte noch auf grobe Schnitzer in der beiderseitigen Zeitnotphase gehofft, aber Hols gab sich kein Blöße und ließ Steffi nicht mehr vom Haken, so dass diese nach weiteren Materialverlusten aufgab. Ein gebrauchter Tag für Steffi, die trotz privater Verpflichtungen die Mannschaft unterstützte. Danke dafür, auch wenn am Ende nichts Zählbares heraussprang!

Die letzten beiden Partien an den Brettern 7 und 8 mussten also die Entscheidung bringen. Hier waren Michael Gemsa und Karl Kessler aus der zweiten Mannschaft aufgerückt und sicherten uns am Ende die so wichtigen Mannschaftspunkte. Michael hatte an Brett 8 ein aktives Figurenspiel betrieben, das in ein Leichtfigurenendspiel mit jeweils vier Bauern mündete. Sein Springer, unterstützt vom eigenen König, entfalt deutlich mehr Wirkung als der gegnerische schwarzfeldrige Läufer, der ausschließlich Verteidigungsaufgaben wahrnehmen musste. Da gleichzeitig Karl an Brett 7 in einem Turmendspiel einen Bauernvorteil hatte, remisierte Michael trotz Stellungsvorteil mannschaftsdienlich zum 4:3 Zwischenstand. Karl war es dann vorbehalten, sein Turmendspiel nach Hause zu bringen. Er hatte vorbildlich seinen König nach vorne manövriert und belagerte den gegnerischen Isolani auf d4, während er gleichzeitig mit seinem Turm die zweite Reihe besetzte und den gegnerischen König auf der Grundreihe fesselte. Das sah gut aus, aber wir alle wissen, was in Turmendspielen so passieren kann. Aber Karl behielt auch nach der Zeitkontrolle die Ruhe und sicherte gegen 20.30 Uhr mit seinem vorrückenden b-Bauern den Sieg.

Endstand: 5:3 Jetzt geht es Anfang Dezember nach Ibbenbüren, die in Saerbeck einen deutlichen Sieg landeten.